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Andreas
Vieli
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D’ Valler Puura (Teil 3) 50 Jahre Landwirt, ein Blick zurück!Vergangenes
Jahr wurde Andreas Vieli 65. Er ist seit seiner Jugend und bis heute ein
leidenschaftlicher Bauer.
Andreas Vieli wirft gemeinsam mit mir einen
Blick zurück auf die Jahre als Landwirt in Vals: Mit 21 Jahren hat
Andreas Vieli die landwirtschaftliche Schule Plantahof in Landquart
besucht, nachdem er die Rekrutenschule absolviert hatte. Sein Grossvater
war Bauer in Vals. Als er beim Heuziehen Unfall machte, haben seine Töchter
und Schwiegersöhne den Hof gemeinsam weitergeführt. Die drei Brüder
wohnten mit ihren Frauen, die ihrerseits ebenfalls alles Schwestern
waren, im selben Haus. Jeder half, wenn es etwas zu tun gab. Als Andreas
Vieli 1963 vom Plantahof nach Vals zurück kam, hat er zusammen mit
seinem Cousin Walter den Betrieb des Grossvaters weitergeführt.
Gemeinsam hatten sie etwa 7 Kühe. Nach der Heirat 1968 mit Erna Tönz
war Walter dann mehrheitlich auf dem Hof der Grosseltern und Andreas
Vieli bewirtschaftete das
Land vom Schwiegervater. 1975 kam Walter Vieli bei einem Lawinenunglück
ums Leben und so kamen wieder Güter vom grossväterlichen Betrieb zurück.
Damals war das Dorfleben noch viel stärker von der Landwirtschaft geprägt
und so sagte der Lehrer nichts, wenn sein Schüler mal zu spät in den
Unterricht kam, weil er noch das Jungvieh versorgen musste. Im Sommer
gingen die Männer früh mit den Sensen, dem Heutuch und der „Furggä“
aus dem Haus. Um halb acht kamen die Kinder mit dem „z’morged“ auf
das Feld und die Frauen kamen mit dem Mittagessen. „Früher hatte man
nach dem Mittagessen noch Zeit für einen Mittagsschlaf, weil das Heu
trocknen musste.“ Der Kauf des ersten Mähers war der Anfang einer
rasanten Entwicklung in der Landwirtschaft, die mit einer zunehmenden
Mechanisierung einherging. Der Mäher, den Andreas und Walter gekauft
hatten, war mit einer Seilwinde und Mühle ausgerüstet und so wurde mit
ihm auch Mist geseilt und zerschlagen. Doch der Vorteil das mehr in kürzerer
Zeit gemäht werden konnte, brachte auch mit sich, dass beim „Schtrütschen“
und Rechen immer Not am Mann war. Im Frühling und im Herbst war früher
die ganze Familie auf dem Maiensäss. Die Milch wurde selbst zu Käse
und Butter verarbeitet. Am Sonntag gingen die Erwachsenen immer ins Dorf
um die Messe zu besuchen. Die Kinder hofften natürlich, dass sie ein Stück
Schokolade vom Dorf mitbringen würden. In den 70er Jahren, als die
erste Strasse fast bis zum Gufer, dem Maiensäss von Andreas Vieli, kam,
brach die Zeit an, wo die Milch in die Dorfsennerei gebracht und nicht
mehr auf dem Maiensäss verarbeitet wurde.
Die Mechanisierung in der Landwirtschaft
brachte grosse Veränderungen mit sich. Durch die Strassen rückte alles
näher zusammen und durch die Heubelüftungen konnte das Heu früher
eingebracht werden. Die Zeiten, wo man wartete bis das Heu ganz trocken
war, waren vorbei. Auf die Frage, was früher besser war antwortet
Andreas Vieli: „ Früher waren die Bauern mehr aufeinander angewiesen.
Wenn es viel Schnee hatte, war man froh, wenn man zu zweit durch den
Neuschnee stapfen konnte.“ So wurden Beziehungen und Kontakte
gepflegt. Vielleicht können die Landwirte in Zukunft auch wieder
vermehrt zusammen arbeiten. Der Maschinenring als Möglichkeit die
Maschinen besser auszulasten. Auf
die Frage, was er den Jungen heute von seinen Erfahrungen weitergeben möchte
antworte er: Sie sollten von ihrem Beruf voll überzeugt sein, eine hohe
Wertschätzung für Tiere, Natur und Umwelt mitbringen und die
Wirtschaftlichkeit nicht in jedem Fall an erster Stelle sehen.
Vielleicht würde er heute nicht mehr alles gleich machen, doch die
Freude an der Natur und an den Tieren gibt ihm grosse Befriedigung. Ich möchte Andreas Vieli herzlich danken für den Blick zurück und wünsche ihm für den Weg nach vorne alles Gute! Marianne
Loretz
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