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Ignaz
Berni-Tönz
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D’ Valler Puura (Teil 2) Arvenholz und Holzspäne Die Zeit der Larven und Guggen hat wieder begonnen! Für einen richtigen Fasnächtler wohl die schönste Zeit im Jahr, deshalb habe ich Ignaz Berni besucht, für mich einer dieser richtigen Fasnächtler. Zuerst erzählt er mir jedoch, wie er zur Landwirtschaft gekommen ist und was ihn mit diesem Beruf verbindet. Ignaz Berni hat 1992 die Schreinerlehre in Vals abgeschlossen. Schon zur Schulzeit wusste er, dass er einmal Landwirt werden wollte, warum also die Schreinerlehre? „ Das Arbeiten mit Holz gefällt mir und ich fand es schöner eine Schreinerlehre zu machen, als die landwirtschaftliche Schule am Plantahof zu besuchen.“ Nach Abschluss seiner Lehre arbeitete er einen Sommer auf dem Bau und etliche Winter im Wald, denn der elterliche Betrieb war zu klein, um zwei Familien zu versogen. Zusammen mit seiner Frau Ingrid und seinen Eltern wurde der Hof mit dem Stallneubau 1998 vergrössert. Beim Bau konnte er sein Handwerk ideal einsetzen und so hat er gemeinsam mit seinem Bruder alle Schreinerarbeiten selbst erledigt. Ein wertvoller Beitrag der auch grosse finanzielle Entlastung brachte. Auf die Frage, ob er sich vor dem Stallneubau Gedanken über eine Umstellung auf Mutterkuhhaltung gemacht habe antwortet er mir: „Bevor ich auf Mutterkühe umstellen würde, würde ich mit dem Bauern aufhören!“ Eine klare Aussage von einem Landwirten , dem der Nahe Kontakt zu seinen Tieren sehr wichtig ist. Mit Stolz erzählt er mir von den Erfolgen die er bei der Zucht feiern durfte. Beispielsweise mit der Kuh Alfa, die bei der Nachtzuchtschau in Zug den dritten Rang belegte und im Jahr 2002 auch den Schöneuterpreis bei der Bezirksviehausstellung in Vals gewann. Man merkt das ihm seine Tiere sehr viel bedeuten. Ich durfte Ignaz Berni und seine Fasnachtskollegen in der Werkstatt besuchen, als sie mit den Vorbereitungen für die bevorstehende Fasnacht beschäftigt waren. Als ich über die Türschwelle in die Werkstatt ging, hatte ich den Geschmack von Holz in der Nase und am Boden waren überall Holzspäne zu sehen, ein eindeutiges Zeichen, dass hier kunstvolle Holzlarven geschnitzt werden. Etwa drei Tage Arbeiten sie, bis aus einem viereckigen Arvenholzblock ein charakteristisches Larvengesicht entsteht. Seit nun sieben Jahren fertigt die Gruppe jedes Jahr neue Larven an, mit denen sie am Schmutzigen Donnerstag durchs Dorf ziehen. Beim Betrachten der nun doch schon beträchtlichen Larvensammlung kommen lustige Erinnerungen wach: Ignaz Berni erzählt mir von den chinesischen Touristen, die hell begeistert waren von den Putzweibern, obwohl sie wohl nichts von dem verstanden hätten, das sie gesagt haben. Oder etwa ein Valser, der sein Gesicht als Schüler in Form einer Holzlarve wieder erkannt hatte... Ein Buch mit Porträts von Valser Schülern diente damals als Vorlage beim Thema Schuälbuäbli. Und tatsächlich hat sich der eine oder andere wieder erkannt... Die Holzlarven sind mittlerweile zu einer Tradition geworden und die Valser schätzen diese Holzkunstwerke sehr. Kurze Nächte, wenig Schlaf; die schönste Zeit des Jahres für jeden Fasnächtler ist da! Geniesst die Zeit und vielleicht treffen sie auf die einmaligen Holzlarven, die mit viel Geschick und Geduld geschnitzt wurden. Ein herzliches Dankeschön an Ingrid und Ignaz Berni, dass sie sich Zeit genommen haben, meine Fragen zu beantworten. Marianne
Loretz |